Sammlung «CHST»
Das «CHST», Dokumentations- und Forschungszentrum für die Geschichte des wissenschaftlichen und technischen Wissens in den Regionen des heutigen Belgiens.
Beschreibung der Sammlung
Seit seiner Gründung im Jahr 1980 führte das «CHST», unter anderem Aktionen zur Rettung von wissenschaftlichen, technischen oder industriellen Dokumenten (Instrumente, Archive, Bücher, Fotos...) durch, die von Zerstörung bedroht waren, und zielte darauf ab, sie für Forscher sowie für die gesamte Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Diese Sammlung umfasst die Gegenstände und Instrumente, die bei der Auflösung des gemeinnützigen Vereins erhalten wurden. Sie umfasst zahlreiche Stücke von großem historischen, wissenschaftlichen und/oder didaktischen Interesse. Ein schönes Beispiel ist die Muskelwaage von Théodore Schwann, die 2018 als «Schatz» des Kulturerbes der Französischen Gemeinschaft (Fédération Wallonie-Bruxelles) eingestuft wurde. Zwar wurde bislang nur für dieses Stück ein Antrag auf Einstufung gestellt, doch haben auch andere Objekte unsere Aufmerksamkeit erregt und werden in den kommenden Jahren eingehender untersucht werden (große Stimmgabel von Koenig, Goniometer von Giuseppe de Cesàro...).
Wie viele andere Objekte stammt auch diese Muskelwaage aus dem ehemaligen Physiologischen Institut der Universität. Diese Objekte verweisen auf die heute mehr denn je aktuellen Fragen nach den Grenzen von Tierversuchen. Bis ins 20. Jahrhundert hinein griffen Physiologen häufig auf die Vivisektion zurück. Ihre Experimente führten in der Regel zum Tod der Testtiere (Pferde, Hunde, Kaninchen...). Diese Methoden waren zwar schon im 19. Jahrhundert umstritten, führten aber dennoch zu bedeutenden wissenschaftlichen Fortschritten. Die Arbeiten von Léon Frédéricq, dem Nachfolger von Théodore Schwann auf dem Lehrstuhl für Physiologie an der Universität Lüttich, über den Blutkreislauf und die Physiologie des Herzens bei Hunden führten zu enormen Fortschritten unseres Wissens über die Funktionsweise des menschlichen Herzens.
Geschichte & Entwicklung der Sammlung
Die Bestandsaufnahme dieser Sammlung ist noch nicht abgeschlossen. Mehrere Räumlichkeiten der Universität Lüttich, die potenziell interessante Objekte enthalten, müssen noch geräumt und ihr Inhalt analysiert werden.
Im Zuge der Neuaufstellung werden die Stücke der CHST-Sammlung verpackt, um sie bis zu ihrer weiteren Untersuchung gut aufbewahren zu können.
Die Sammlung im Museum
Die überwiegende Mehrheit der Objekte dieser Sammlung wird im Lagerraum des Museums aufbewahrt. Einige Stücke wurden jedoch auf anekdotische Weise hervorgehoben. Unter anderem wurde Koenigs große Stimmgabel direkt in den permanenten Rundgang der «Maison de la Science» sowie in mehrere temporäre Veranstaltungen/Ausstellungen integriert und zudem in mehreren Beiträgen in sozialen Netzwerken erwähnt.
Lange Zeit wurden diverse Industriearchive aleatorisch klassifiziert. Der Verdienst der Forscher des «CHST» bestand zweifellos darin, dass sie sich seit den 1980er Jahren dafür interessierten und diese sammelten. Unser Wunsch [...] ist es, nicht nur die Aufmerksamkeit auf ein reiches, aber aufgrund seiner Natur zerbrechliches Erbe zu lenken, sondern auch von der Notwendigkeit zu überzeugen, dass es nunmehr notwendig ist, es dauerhaft zu erhalten.
